Einige Gedanken zur Lumineszenz
Lumineszierende Lebewesen haben etwas Magisches an sich, ganz egal ob es sich nun z. B. um Leuchtkäfer, Tiefseefische oder andere Meeresorganismen handelt. Hier ist das Leuchten unmittelbar mit dem Leben verknüpft. Die Funktionen des Leuchtens sind dabei vielfältig: das Anziehen des Partners, das Anlocken der Beute, Kommunikation, Abschreckung, Warnung, Tarnung und sogar Beleuchtung können hier erwähnt werden.
Beim Gedanken an einen leuchtenden Menschen wird es aber schon schwieriger. Handelt es sich dabei um einen spirituell erleuchteten Menschen, der sprichwörtlich leuchtet oder eine Aura aufweist? Handelt es sich um einen radioaktiv verseuchten Menschen, der einem Reaktorunfall entkommen ist? Oder handelt es sich gar um einen genetisch modifizierten Menschen, genetische Kunst sozusagen? Letzteres liegt durch die neuen Techniken der Genmanipulation schon sehr nahe und harrt praktisch nur mehr der Umsetzung, denn fluoreszierende Fische, Mäuse, Kaninchen und Schweine wurden so schon hergestellt.
Die Lumineszenz von Materialien verblasst nach dem Ausschalten des Lichtes mit der Zeit. Sie wird so auch zu einem Symbol für die Vergänglichkeit. Es bedarf wiederum des Lichtes, um sie erneut zum Leuchten zu bringen. Auch erleuchtete Menschen müssen sich (nach buddhistischer Lehre) immer wieder neu um die Erleuchtung bemühen. Das Holz, das im dunklen Wald leuchtet, befindet sich im Zustand der Zersetzung, es ist vom Pilz befallen.
Was der Mensch mit den leuchtenden Materialien macht, ist zunächst nicht viel anders als in der restlichen Tierwelt. Er nutzt sie als Signale, Markierungen, Warnungen, Köder oder zur Beleuchtung. Aber er kann damit auch bewusst Dinge sichtbar machen und hervorheben. Und er kann noch etwas sehr Wesentliches mehr: er kann damit auch spielen!
